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PRESSE KONZERTSAISON 2012/2013

Ruhr Nachrichten, 29. April 2013

ALEXEJ GORLATCH – EIN JUNGSTAR MIT GROSSER ZUKUNFT
Letzte Mozart-Matinee im Konzerthaus

Den besten ihrer vier Stipendiaten in diesem Jahr hatte die Mozart Gesellschaft für die letzte Matinee der Saison aufgehoben, und präsentierte ihm mit einem der führenden Kammerorchester Europas, der Camerata Salzburg. Der 25 Jahre junge Pianist Alexej Gorlatch aus der Ukraine hat seit seinem spektakulären Gewinn des ARD-Wettbewerbs 2011 eine rasante Karriere gemacht und brilliert auch als Chopin-Virtuose. Bevor er gestern im Konzerthaus, in der Zugabe der 4. Etüde von Chopin, Kraft und Technik demonstrierte, präsentierte sich der Stipendiat als sensibler Mozart-Interpret im „Jenamy-Konzert“, besser bekannt als „Jeunehomme“.
Jugendlichen Überschwang und eine mitreißende Spielfreude hauchte Gorlatch dem ersten Satz ein. Und der klang genauso brillant wie seine technisch souveränen Chopin-Interpretationen. Im langsamen Satz hörte das Publikum dann die ganz andere Seite des Klaviertalents: den behutsamen, sehr gefühlvollen und sensiblen Pianisten, der mit viel Seele und großer Reife spielt.
Konzertmeister Gregory Ahss leitete die nur 25 Musiker starke Camerata Salzburg vom ersten Pult aus. Kontrastreich klang das in der frühen F-Dur-Sinfonie, einem Werk des elfjährigen Mozart mit einem knackig und frisch gespielten ersten Satz und einem sehr vorsichtig ertasteten Andante.
Neue Musik ist selten in den Programmen der Mozart Gesellschaft. Mit der „Fantasia Concertante“ über ein Thema von Corelli, die der Brite Michael Tippett vor 60 Jahren zum 300. Geburtstag von Corelli komponiert hat, wagte der Verband den Schritt in die Moderne. In Concerto-grosso-Manier, mit zwei Geigen und Cello als Solisten, ist das Werk komponiert. Aber Tempounterschiede nivellierte das Orchester, das in reiner Streicherbesetzung musizierte, viel zu sehr. So zog sich das Werk in die Länge, und es wäre angesichts der großen Überlänge der Matinee auch entbehrlich gewesen.Haydns ebenfalls frühe Sinfonie Nr. 7, „Der Mittag“, war ein spritziges Saison-Finale: frisch und temperamentvoll in den Ecksätzen musiziert, lediglich das Adagio klang ein wenig mittagsmüde.
Am 22. September geht es nach der Sommerpause weiter mit den Mozart-Matineen, vorher gibt es am 9. Juni noch eine Konzertfahrt zum Orgelstipendiaten nach Münster. *Julia Gaß (Quelle: Ruhr Nachrichten, 28. Januar 2013)

Ruhr Nachrichten, 18. März 2013

ZWEI WUNDERKINDER MIT GANZ VIEL WONNE UND LUST
Matinee der Mozart-Gesellschaft

Viele Chancen, sich selbst und ihre Musik durchzusetzen, hatten Mozarts Zeitgenossen nicht. Zu raffiniert, zu gut, zu originell und handwerklich perfekt waren schon die Werke des jugendlichen Mozart. Das Barockorchester „La Folia“ aus Mannheim streute gestern in der vorletzten Matinee der Mozart Gesellschaft im Konzerthaus das Oboenkonzert von Ludwig August Lebrun und die Pantomime zu Mozarts „Don Giovanni“ von Georg Joseph Vogler ein. – Hübsche Entdeckungen, aber keine Musik zum Merken. Und in der „Giovanni-Pantomime“ gab es auch keine Mozart-Melodien zum Nachhören, sondern Vogler hat nur Stimmungen der Oper aufgegriffen.
Jauchzen und jubeln
Merken sollte man sich jedoch den Namen des Solisten. Der Spanische Oboist Ramón Ortega Quero ist erst 24 Jahre alt, aber schon seit fast fünf Jahren Solooboist des Orchesters des Bayrischen Rundfunks, eines der besten deutschen Orchester. Jetzt ist er Stipendiat der Mozart Gesellschaft und war die Führungspersönlichkeit vor dem kleinen Kammerorchester auf der Bühne. Im Konzert von Lebrun begleiteten ihn nur acht Streicher. Delikat klang das, was Quero in den schnellen Sätzen mit super sauberem Ansatz machte. Die Oboe scheint eine Verlängerung seiner Stimmbänder zu sein, so sanglich spielt er den langsamen Satz. Elegant tänzelte er am Schluss, dann von 13 Musikern begleitet, durch Mozarts Oboenkonzert, ließ Funken der Freude sprühen, das Instrument jauchzen und jubeln. Mozart zitiert sich in dem Oboenkonzert das es auch in der Fassung für Querflöte gibt, selbst mit der Arie des Blondchen aus der „Entführung“: „Welche Wonne, welche Lust“. Dem kann man sich, was den Solisten betrifft, nur anschließen. Die Ouvertüre zur Matinee war die Intrada zu Mozarts zweitem Bühnenwerk, der Oper „Apollo und Hyacintuhus“. Das kleine Orchester machte da sehr schön hörbar, wie spritzig schon der Elfjährige komponieren konnte. *Julia Gaß (Quelle: Ruhr Nachrichten, 28. Januar 2013)

Ruhr Nachrichten, 25. Februar 2013

MÄRCHENLAND AUS DER STEGREIF-KISTE
Oper: „Zauberflöte“ aus Frankreich begeisterte gestern im Konzerthaus auch die Kinder
Dortmund. Vor einem Jahr hat die Dortmunder Mozart Gesellschaft mit einer „Don Giovanni“-Aufführung aus Frankreich im Harenberg-Haus eine Entdeckung gemacht. Jetzt hat der Verein das Ensemble „Opéra du jour“ eingeladen, seine in Paris gefeierte Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ auf eine größere Dortmunder Bühne zu bringen. Und dieses Märchenspiel machte gestern auch den vielen Kindern im Konzerthaus Spaß. „Der Giovanni“ war noch etwas schöner, aber hübsch fantasievoll war die in Stegreiftheater-Manier mit viel Licht und wenigen, originellen Requisiten ausgestattete „Zauberflöte“ auch. Und für die Mozart Gesellschaft eine schöne Gelegenheit, ihren Namensgeber auch als Opernkomponisten zu würdigen. Mit zwölf Sängerinnen und Sängern und der souveränen Pianistin Magali Albertini haben die Franzosen das Singspiel sehr klug auf 100 Minuten gestrafft. Für die französischen Dialoge gab es Übertitel, gesungen wurde textverständlich auf Deutsch. Gewinner von Gesangswettbewerben bildeten das Ensemble, darunter eine sehr höhensichere Königin der Nacht (Julia Knecht) mit einer Stimme wie aus Stahl, ein guter Papageno (Philippe Brocard), eine Pamina (Roxane Chalard), die so liebreizend aussah wie Schneewittchen, und ein Sarastro, der nebenbei auch Flöte spielte. Vielseitig waren die Sänger. Die drei Damen verwandelten sich flugs in drei holde, weise Knaben, dafür gab es Elster und Kerberus, ein Höllenhund aus der griechischen Mythologie, als von Mozart eigentlich nicht vorgesehene Weggefährten. Annie Paradis hat das Märchenstück inszeniert und ihm am Schluss trotz der ganz bescheidenen Mittel eines Tourneetheaters viel Magie eingehaucht (schöne Kostüme und Accessoíres: Béatrice Blanc-Frantz). Feuer- und Wasserprobe waren von Licht hinter dem schwarzen Vorhang und Geräuschen begleitet, und Papageno und Papagena besangen den Kindersegen mit vielen kleinen Kinderlein auf einer putzigen Papiergirlande. Man muss nur Fantasie haben, dann kann man Mozart auch mit einfachen Mitteln auf die Bühne bringen. Opern genug für weitere jährliche Gastspiele gibt es ja. *Julia Gaß (Quelle: Ruhr Nachrichten, 28. Januar 2013)

Der Opernfreund, 24. Februar 2013

DIE ZAUBERFLÖTE
Compagnie Opéra du jour am 24. Februar 2013
Die Mozart Gesellschaft Dortmund veranstaltet im Konzerthaus Dortmund sogenannte Mozart-Matinéen, in denen zusammen mit von ihr engagierten Orchestern gemäß dem Förderungszweck der Gesellschaft junge Solisten die Möglichkeit erhalten, ihr Talent zu zeigen, dies nicht nur mit Musik Mozarts. Neuerdings läSSt sie aber einmal jährlich auch eine Oper szenisch aufführen, wenn auch nur mit Klavierbegleitung. Dafür gewonnen wurde eine französische Operngruppe mit dem Namen „Opéra du Jour“ also etwa „Oper für heutzutage“. Nach eigenen Angaben verfolgt sie das Ziel, Opern des Repertoires textlich aktualisiert für ein heutiges Publikum bzw. „Oper für alle und alle Generationen“ aufzuführen, was wohl irgendwie auch alle Opernhäuser versuchen.
So wurde im Konzerthaus Dortmund Mozarts „Die Zauberflöte“ aufgeführt.
Die Inszenierung von Isabelle du Boucher als künstlerischer Leiterin und Annie Paradis als Regisseurin spielte ohne Kulissen vor einem dunkelblauen Vorhang. Beleuchtung sowie Projektionen auf diesen Vorhang sorgten ausreichend für den passenden Rahmen der Handlung, wobei sich etwa für den Auftritt der Geharnischten (Darsteller von Monostatos und Sarastro) oder zur Feuer- und Wasserprobe ein schmaler Spalt öffnete, durch den Pamina und Tamino herein- und herausschreiten konnten. Für alles weitere genügte die ansteckende Spielfreude aller Mitwirkenden.
Freude bereiteten auch die phantasievollen und bunten Kostüme und die zur Handlung passenden Accessoires (Béatrice Blanc-Frantz) wie etwa ein kurzes Baumstück mit Strick, an dem Papageno sich hätte „den Hals zuschnüren“ können, oder eine Kinder darstellende Girlande im Duett mit Papagena. Ganz meisterhaft begleitete Magali Albertini am Flügel die Sänger unterstützt vom Schlagzeuger Jean-Yves Trosset, der für das Glockenspiel, Geräusche wie Donner oder Schlagen des Gongs sorgte. Natürlich kann ein Klavier niemals Mozarts geniale Orchesterinstrumentation insbesondere der Holzbläser und Hörner ersetzen.
Die gekürzten Dialoge wurden auf Französisch (mit deutschen Übertiteln) gesprochen, was insbesondere für französisch verstehende Besucher der Oper eine gewisse Leichtigkeit verlieh im Gegensatz etwa zum häufig übertrieben-philosophisch gesprochenen Tiefsinn mancher Textstellen von Schikaneder. Das Fehlen des Herrenchors ersparte zusätzlich die pseudo-religiösen Gesänge der leicht degenerierten Altherren-Priesterschaft. Die „deutsche Oper“ wurde so zu einem Märchen mit durch geniale Musik Charakter und Befindlichkeit der Beteiligten darstellenden Arien.
Gesungen wurde auf deutsch (ohne Übertitel) erstaunlich textverständlich. Das gilt besonders für die Pamina der Roxane Chalard, die über den grossen Tonumfang von fast zwei Oktaven hin ihre Partie mit schönem Legato und rührendem piano in ihrer grossen Arie bewältigte. Dasselbe lässt sich von Philippe Brocard als Papageno sagen, der sowohl die populären Strophenlieder als auch die fast tragische Szene des angekündigten Selbstmords aus Liebeskummer und Lebensüberdruß dieser so menschlichen Opernpartie gekonnt sang und darstellte.
Cyril Verhulst sang Tamino legato mit etwas eindimensionalem rauh klingendem aber hellem Tenor. Baptiste Jore als Sarastro traf ohne übertrieben salbungsvolle Oberpriesterstimme nicht nur die sehr tiefen Töne der Partie sondern spielte zusätzlich Flöte zur Feuer- und Wasserprobe. Hochdramatisch gestaltete Julia Knecht die Königin der Nacht mit schöner Mittellage aber forcierten Spitzentönen. Ganz schwer für einen Franzosen hatte es Brice Poulot als Monostatos mit der schnellen Ariette „Alle fühlte der Liebe Freuden“ mit so vielen Konsonanten zu so vielen Tönen. Laetitia Ayres als Papagena und die drei Damen, die nach Kostümwechsel mit veränderter Stimme auch die drei Knaben darstellten, ergänzten wirkungsvoll das Ensemble. Der Schlußchor wurde dann von allen Mitwirkenden gesungen, was bei der guten Akustik des Konzerthauses durchaus reichte. Zusätzlich traten als Gehilfen bei der szenischen Umsetzung eine nicht diebische sondern Accessoires wie Flöte oder Glockenspiel überreichende Elster (Morgan Buissière) und der böse Höllenhund Kerberus (dargestellt vom Schlagzeuger)auf.
Trotz Premiere von „Figaros Hochzeit“ am Vortag im Opernhaus war das Konzerthaus voll besetzt. Im Publikum befanden sich viele sehr junge Opernbesucher(innen), von denen manche zwar in der Pause um die Säulen des Konzerthauses herum Kriegen spielten, aber sonst offenbar gespannt das Bühnengeschehen verfolgten und mit allen anderen Besuchern zusammen so viel Beifall klatschten, daß der Schlußchor wiederholt werden mußte. Wie früher üblich war die „Zauberflöte“ meine erste Opernerfahrung, mit einer Aufführung wie dieser hätte sie mich als Jungen einmal abgesehen von der Figur des Papageno sicher mehr überzeugt.  *Sigi Brockmann

Ruhr Nachrichten, 28. Januar 2013

ZUM GEBURTSTAG EINE WELTREISE
Mozart-Matinee im Konzerthaus

Wolfgang Amadeus Mozart hätte sich gefreut. 1550 Freunde seiner Musik hatten sich gestern an seinem 257. Geburtstag im Konzerthaus versammelt und hörten zwei seiner Lieblingswerke: die Ouvertüre zur Oper „Cosi fan tutte“ und die Sinfonia concertante für zwei Soloinstrumente, die Mozart beide selbst gespielt hat, Bratsche und Geige. Und danach ging es auf Weltreise in die „Neue Welt“ mit Dvorak – mitreißend gespielt von den Duisburger Philharmonikern. Schöner kann man nicht „Happy Birthday“ wünschen als die Mozart Gesellschaft in ihrer vierten Matinee. Zwei Stipendiaten stellten sich dort vor: die 26-jährige Geigerin Mayu Kishima und die zwei Jahre ältere Bratschistin Mariko Hara, eine Studentin von Antoine Tamestit.
Unterstützung der Stiftung
Beide stammen aus Japan, haben in Köln studiert und spielten wie mit einem Herzen, perfekt aufeinander abgestimmt. Mit je 5000 Euro fördert die Caspar Ludwig Opländer Stiftung die jungen Musiker. Die Geigerin ist die etwas forschere der beiden Streicherinnen. Aber brillant im Ton, aufbrausend und flott spielten beide den ersten Satz; die Bratschistin mit einem sehr schönen nasalen Ton und im zweiten Satz mit viel Ruhe.
Toller Dirigent
Lebendig, mitreißend und lustvoll musiziert klang das Finale, in dem sich die Stipendiatinnen die Melodien wie Bälle zuspielten. Und das Orchester, das schon in der Ouvertüre hoch inspiriert klang, begleitete in kleiner Besetzung mit einem sehr präzisen und spritzigen Ton. Doppelt so viele Musiker saßen in der Dvorak-Sinfonie auf der Bühne und ließen sich von ihrem neuen Generalmusikdirektor Giordano Bellincampi zu Höchstleistungen animieren. Der 48-jährige temperamentvolle Italiener scheint eine Frischzellenkur für das Orchester zu sein. So schwungvoll und kräftig, dabei so differenziert hört man die Sinfonie nicht oft. Einen Slawischen Tanz von Dvorak gab’s als Zugabe in dem rauschenden Geburtstagsfest. *Julia Gaß (Quelle: Ruhr Nachrichten, 28. Januar 2013)

Westfälische Rundschau, 28. Januar 2013

BERAUSCHENDES KLANGERLEBNIS IM KONZERTHAUS DORTMUND
Mozart-Matinee am Sonntag

Für den Dichter, Komponisten und Mozart-Verehrer E.T.A. Hoffmann war sie Mozarts „herrlichste Oper“: Cosí fan tutte. Am Sonntag war den Besuchern der Mozart-Matinee im Konzerthaus zwar nur die Ouvertüre der letzten der drei da-Ponte-Opern vergönnt, aber immerhin. Die Duisburger Philharmoniker unter der Leitung ihres neuen Generalmusikdirektors Giordano Bellincampi musizierten frisch und lebendig, mit biegsamen Bläserpassagen, nur an ganz wenigen Stellen kam es zu kleinen rhythmischen Irritationen. Noch überzeugender gelang den Duisburgern Dvoraks neunte Sinfonie „Aus der neuen Welt“: Klanggewaltig und farbenreich, im positiven Sinne nervig kamen Kopfund Schlusssatz daher, letzterer „gespickt“ mit brillanten und doch weichen Blechbläserpassagen, filigran und biegsam gelangen die Holzbläsersoli im zweiten Satz, eingerahmt von samtigen Streicherklängen, in die man hätte versinken mögen. Eher schlicht und volksliedhaft gestalteten die Musikerinnen und Musiker den dritten Satz.
Brillante Soli der Stipendiaten
Das eigentliche Ereignis waren aber die beiden Stipendiatinnen der Mozart-Gesellschaft: Die japanische Geigerin Mayu Kishima und ihre Landsmännin, die Bratschistin Mariko Hara kreierten Mozarts Sinfonia Concertante für Violine, Viola und Orchester Es-Dur (KV 364): Zierlich agierte das Orchester im ersten Satz, brillant gelangen hier die Soli; vor allem in der Kadenz entfesselten die beiden Solistinnen einen wunderbar spannenden Dialog. Eher schwebend, fast gläsern gestalteten die beiden den Mittelsatz, das Finale wurde zum virtuosen Schlagabtausch, wobei die beiden Musikerinnen sich stets die Bälle zuwarfen und die Homogenität des Gesamteindrucks und nicht die eigene Brillanz in den Vordergrund stellten. Ein berauschendes Klangereignis an einem eher trüben Sonntag, in den die Duisburger Philharmoniker die Zuschauer mit einem spritzigen und rhythmisch sehr ausgeklügelten Slawischen Tanz von Dvorak als Zugabe entließen.*Martina Lode-Gerke

Ruhr Nachrichten, 18. Dezember 2012

„STILLE NACHT“ MIT LEGENDÄREN SÄNGERN
King’s Singers beim Adventskonzert der Mozart Gesellschaft
Nur die Comedian Harmonists sind als Herren-a-cappella-Gruppe weltweit noch berühmter, aber die gibt es ja nicht mehr. Die „King’s Singers“ sind nicht nur lebende, sondern auch noch aktive Legenden. Am Sonntag waren sie zu Gast bei der Mozart-Gesellschaft, die zum ersten Mal zu einem Adventskonzert in eine Kirche eingeladen hatte. In die Propsteikirche.
44 Jahre alt ist das Sextett, und hatte in dieser Zeit nur 19 verschiedene Sänger. Countertenor David Hurley ist mit 22 Sänger-Jahren das älteste Mitglied des derzeitigen Ensembles. Das Geheimnis des Erfolgs der King’s Singers ist der ausgefeilte Klang, der sich von der Renaissance bis in die Moderne zieht. Die schlichte Art, einfach nur schön und ausgewogen zu singen, machte auch dieses Konzert zum Ereignis. Gesänge der Rose, also Lieder für die Mutter Jesu, hatte das 1968 am King’s College der Universität Cambridge  gegründete Ensemble zusammengestellt. Diese Marien-Loblieder reichten vom leise und mit berückender Ruhe angestimmten „Ave virgo“ über Musik aus der Gründerzeit der King’s Singers von Philip Radcliffe bis zu einem Satz von Arvo Pärt.Eingestreut hatte das Ensemble, das in wechselnden Besetzungen auch als Trio oder Quintett sang, Chorsätze von Max Reger, und es blätterte in einem tollen Arrangement einen musikalischen Adventskalender auf. Wunderbare Bearbeitungen lässt sich das Ensemble für seine Stimmen maßschneidern. Obertonreich und sehr farbig klangen die in diesem Programm und trotzdem immer ruhig und schlicht.
Jonathan Howard ist seit anderthalb Jahren der neue Bassist der Gruppe, der mit deutlich hellerer Stimme als sein Vorgänger Stephen Connolly neue klangfarbliche Akzente setzt. Und die beiden Countertenöre des Ensembles sind beinahe eine Sensation, so perfekt verschmelzen diese Stimmen miteinander.
Am Schluss des gut einstündigen Programms wurde es in vier Zugaben weihnachtlich mit dem französischen „Noel“, einem katalanischen Weihnachtslied, „Stille Nacht“ und „Gaudete Christus“. Schöner und kultivierter als die „King’s Singers“ kann man die Stille Nacht nicht herbeisingen. *JG

Westfälische Rundschau, WAZ, 17. Dezember 2012

DIE KUNST DES EINFACHEN KLANGES
Die King’s Singers präsentieren ein Vokalprogramm auf höchstem Niveau
Ein Vokalensemble von Weltrang hatte die Dortmunder Mozart Gesellschaft eingeladen. Die King’s Singers haben so viele Fans, dass die Karten für das Adventskonzert in der Propsteikirche schnell vergriffen waren.Die sechs Künstler hatten sich für ihren Dortmunder Auftritt ein erstes Programm ausgesucht: Unter dem Titel „Canti della Rosa“, also Gesänge der Rose, waren geistliche Gesänge des Mittelalters bis zu zeitgenössischen Kompositionen angesagt, die die Jungfrau Maria ehren.Die Faszination des edlen Vokalklangs der King’s Singers wurde schon in den ersten Takten von „Ave virgo sponsa Dei“ des flämisch-stämmigen, aber als Begründer der venezianischen Kirchenmusik bekannt gewordenen Komponisten Adriaan Willaert: Gelassene Ruhe strahlt die Musik aus dem 16. Jahrhundert bei den King’s Singers aus, die jede musikalische Bewegung organisch und natürlich ausgestalten.
Genauer gesagt merkt man die kunstvolle Gestaltung den Gesängen gar nicht an, da das Sextett die Einfachheit zum ästhetischen Leitbild macht. Nichts wirkt angestrengt, auch nicht bei den hohen Stimmen der beiden Countertenöre Timothy Wayne-Wright und David Hurley, der den Klang des Ensembles seit den 90er Jahren prägt.
Auch Tenor Paul Phoenix findet seinen Platz im homogenen Gesamtklang, kann aber ebenso wie die Kollegen auch solistisch hervortreten. Für das richtige Bassfundament sorgte Jonathan Howard – wenn er mit den beiden Baritonen Christopher Gabbitas und Christopher Bruerton eine simple Hmmm-Begleitung summt, wird das wegen des reinen Klanges schon zum Ereignis.
Max Regers chromatische Tonsatzkunst („Morgengesang“) liegt den King’s Singers ebenso wie alte Musik à la Orlando di Lasso („Regina coeli“). Einstimmig stellten sie die Melodie von „Veni, veni Emmanuel“ vor, einem der eingebauten Adventslieder – um dann auch modernere Klänge in einem Arrangement von Hugh Lawson. Profis wie die King’s Singers kommen auch mit dem tückischen hall in der Propsteikirche klar. Und auch das Lied „Stille Nacht“ als Zugabe kam nicht als abgegriffene Sentimentalitätsduselei daher, sondern in einem geschmackvollen Arrangement mit britischem Understatement und schlichter Innerlichkeit. * Burkhard Sauerwald

WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU, 26. NOVEMBER 2012

TROMPETE UND ORGEL ZUM GENIESSEN
Mozart Matinee mit Stipendiaten

Georges Bizet kennt man vor allem als genialen Schöpfer der „Carmen“ – am Sonntag bei der Matinee der Mozart Gesellschaft im Konzerthaus hatten die Besucher Gelegenheit, ihn von seiner „sinfonischen Seite“ zu erleben.
Erst 17-jährig schuf der Franzose seine erste Sinfonie C-Dur: ein brillantes Werk
mit nervig-vorwärtsdrängendem Kopfsatz, einem spritzigen Scherzo und einem ebensolchen Finale – das alles interpretiert durch ein bestens aufgelegtes Prager Kammerorchester, das den letzten Satz irisierend, beinah flüchtig im positiven Sinne gestaltete, die eleganten Passagen aber galant hervorhob. Bestechend schön gelang das biegsame Oboensolo im Adagio. Überhaupt überzeugt das Orchester ob seiner Homogenität, obwohl oder vielleicht gerade weil die fast vierzig Musiker ohne Dirigenten spielen.

Irrwitziges Tempo im dritten Satz

Auch als kongeniale Begleiter der beiden Stipendiaten der Mozart Gesellschaft empfahlen sich die Prager, schufen einen prachtvollen Klangteppich für Trompeter Andre Schoch im Trompetenkonzert E-Dur des Mozart-Schülers Johann Nepomuk Hummel. Immer wieder fragte man sich, wann der junge Mann eigentlich Luft holt: Vor allem beim beinah irrwitzigen Tempo im dritten Satz von Bachs Konzert für Cembalo und Orchester D-Dur (BWV 972), das man an diesem Sonntag in einer Bearbeitung für Trompete und Orgel von Matthias Höfs genießen konnte.
Der Schweizer Organist Sebastian Küchler-Blessing war hier der brillante Orchesterersatz, hätte sich in den beiden Ecksätzen allerdings ein wenig mehr zurückhalten können, um die Trompete nicht zuzudecken. * Martina Lode-Gerke

RUHR NACHRICHTEN, 26. November 2012

CEMBALO-KONZERT OHNE CEMBALO
Am Totensonntag präsentierte die Mozart-Gesellschaft eher selten gespielte Werke
Schwarmintelligenz gibt es nicht nur im Netz bei der Piratenpartei. Auch das Prager Kammerorchester setzt darauf. Bei der Mozart Matinee am Totensonntag im Konzerthaus spielen die 35 Musiker synchron und präzise wie ein Fischschwarm. Die erste Symphonie von Georges Bizet gelang romantisch intensiv, aber nicht überladen. Besonders der langsame Satz entwickelte mit seinen vorsichtig abwärts geführten Melodien eine Sogwirkung. Das Kammerorchester hat keinen Dirigenten. Jiri Pospichal, der musikalische Leiter und das „Alphatier“ am ersten Geigenpult, gab lediglich Impulse.
Bei der letzten Matinee in diesem Jahr präsentierte die Mozart Gesellschaft eher selten gespielte Werke. Bachs Konzert für Cembalo und Orchester wurde kurzerhand ohne Cembalo und Orchester umgesetzt. Andre Schoch und Sebastian Küchler-Blessing, Musikstudenten und Stipendiaten der Mozart-Gesellschaft, spielen das Konzert auf Trompete und Orgel.

Leicht und virtuos
Der Trompeter Andre Schoch imitierte die Leichtigkeit und Virtuosität eines Cembalos trotz der eher dröhnenden Beschaffenheit seines Instruments. An barocke Strenge erinnerte der verträumte und lyrische zweite Satz kaum mehr.
Sebastian Küchler-Blessing bewies bei den Kirchensonaten Nr. 15 und Nr. 17 von Wolfgang Amadeus Mozart sein Können an der Orgel. Seine Solo-Kadenz – ein vom Kontext gelöster virtuoser Einschub – riss ihn derart mit, dass der Lockenkopf bei den Trillern sogar mittrillerte.
Für Orgel-Liebhaber bot sich ein eindrucksvoller Einblick. Die Orgel stand mit den Manualen zum Publikum. So konnte man sehen, dass das Orgel-Spiel eine Art Hochleistungssport ist. Es gibt kaum ein anderes Instrument, dass auch mit den Füßen so intensiv gespielt wird.

Spektakulär am Pedal
Bachs Präludium in D-Dur beginnt mit einem schnellen Pedallauf, der beim Zuschauen spektakulär wirkt. Die anschließende Fuge spielte Küchler-Blessing jedoch sehr diffus. Eine Erkrankung schmälerte offenbar die Kräfte des Musikers, doch er brachte das Konzert trotzdem gelungen zu Ende. *cher

RUHR NACHRICHTEN, 29. Oktober 2012

WIENER SOIREE WAR EIN GLANZSTÜCK DER MOZART MATINEE
Mit Stipendiatin Janka Simowitsch
Von Alfred Grünfeld hatte das Publikum der Mozart Gesellschaft noch nie etwas gehört. Seine „Soiree de Vienne“, die in der Matinee gestern im Konzerthaus erklang, hätte trotzdem jeder im Saal mitpfeifen können: Sie ist eine Klavierparaphrase über die „Fledermaus“ von Strauß. Und mit dem Bravour-Werk – bravourös als Zugabe gespielt – zeigte die Pianistin Janka Simowitsch, dass sie auch eine veritable Virtuosin ist.
Vorher hatte das Publikum die Stipendiatin der Gesellschaft in Mozarts berühmtestem Klavierkonzert KV 488 (mit dem langsamen Satz aus dem Mozarts-Fernseh-Mehrteiler) als Poetin kennen gelernt. Die 27-jährige Rostockerin singt am Klavier, spielte das Konzert im Legatissimo mit seelenweichen Phrasierungen. Da gab es Momente im langsamen Satz, wo man fast lieber nur sie allein am Klavier gehört hätte – obwohl das Georgische Kammerorchester mit nur 22 Musikern sehr behutsam begleitete.
Am Pult stand Lavard Skou-Larsen, als Professor am Mozarteum Salzburg und Schüler von Sandor Vegh ein Mozart-Spezialist. Das hörte man schon in der Ouvertüre zu Mozarts Oper „Die Gärtnerin aus Liebe“. Mit dem nachkomponierten Finalsatz spielte das Exil-Orchester aus Ingolstadt das Werk – spritzig wie ein Hochleistungsmotor.

Bach als Entdeckung
Auch die Sinfonie von Johann Christoph Friedrich Bach, dem dritten der vier komponierenden Söhne von Johann Sebastian, war eine Entdeckung. Dynamisch differenziert gab Skou-Larsen den dreizügig, in nur elf Minuten vorbeirauschenden Sätzen viel Gehalt. Man hörte, wie Mozart-verwandt der Bach-Sohn komponiert hat, aber auch, wie groß der Qualitätsunterschied zwischen Mozarts Musik und der von vielen seiner Zeitgenossen ist.
Auch Schuberts fünfte Sinfonie ist noch ein Werk im Mozart-Ton. Den Liedkomponisten ließen die Ingolstädter mit einem sanglichen Spiel hervorlugen, aber den Schubert-Ton vermisste man vor allem im langsamen, sehr flott gespielten Satz.
JG

RUHR NACHRICHTEN, 24. September 2012

EDELSTEINE AUS 300 JAHRE KLAVIERMUSK
Konzert: Wunder bei Mozart Gesellschaft

Dortmund. Mit so einem Konzertprogramm macht man sich Freunde: beim jungen Publikum, bei Mozart und Chopin-Freunden und Zuhörern, die Entdeckungen lieben. Zwei Wochen vor seinem 27. Geburtstag eröffnete der österreichische Pianist Ingolf Wunder gestern die Saison der Dortmunder Mozart Gesellschaft im Konzerthaus – mit Edelsteinen aus 300 Jahren Klaviermusik.
Mozart, die „Linzer Sonate“, stand natürlich am Anfang. Der Anschlag von Ingolf Wunder ist bewundernswert, deshalb klang das differenziert ausgeleuchtete Werk so originell und war feingeistig gespielt. Poesie an die Tasten zu bringen ist eine von Wunders großen Stärken. Neben seinem Chopin-Spiel. Die Berceuse klang ungemein lyrisch und ruhig. Als Zugabe füllte der junge Österreicher dann noch Chopins erste Ballade mit Brillanz und Farbigkeit.
Bei anderen Pianisten hat Wunder abgeschaut: bei Raoul Koczalski, der 100 Jahre nach Chopin einen Walzer im Chopin-Stil komponierte, bei Horowitz, dessen „Danse excentrique“ Wunder in charmante Klänge der 1920er Jahre hüllte, und bei Arcadi Volodos, der Mozarts „Türkischen Marsch“ rasant bearbeitet hat. Eine Entdeckung war auch die „Etincelles“ von Moritz Moszkowski, die der Österreicher mit glitzerndem virtuosen Esprit füllte. Und sein „Clair de lune“ von Debussy war ein Zaubermoment des Konzerts. Da kroch der Pianist fast in den Flügel und brachte versunkene Mondnachtstimmung in den Saal. Am Schluss stand Filmmusik von Morricone und „Star Wars“ in eigener Bearbeitung. Da können dann andere Pianisten abschauen. Das Programm erscheint im Januar auf CD. *JG

WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU/WAZ, 24. September 2012

MUSIKHÄPPCHEN AUS DREI JAHRUNDERTEN
Ingolf Wunder bei der Sonntagsmatinee
Nicht erst seit dem Gewinn des 2. Preises beim Warschauer Chopin-Wettbewerb 2010 gilt der jetzt 27-jährige Österreicher Ingolf Wunder als begnadeter Pianist mit großer Zukunft. Die breite Palette seiner pianistischen und interpretatorischen Möglichkeiten wurde am Sonntag im Konzerthaus deutlich. Denn Wunder ist beides, ein sensibler Klangzauberer mit einer hochdifferenzierten Anschlagskultur und ein Virtuose, der’s krachen lässt, einer, der sich bewusst mit Supervirtuosen wie Liszt, Horowitz und Arcadi Volodos misst. Kurz, ein begeisternder, vielseitiger Pianist, dem man eigentlich stundenlang zuhören könnte.
Nur nicht in dem Programm, das er zur Saisoneröffnung der Mozart Matinee mitbrachte. Denn mit Ausnahme der einleitenden Mozart-Klaviersonate B-Dur KV 333, einem hinreißend gespielten, brillanten Werk, und der überlegene gestalteten g-Moll Ballade von Chopin, die bezeichnenderweise erst als Zugabe kam, bestand das Programm fast nur aus Zugabestücken eher virtuosen Zuschnitts. Empfindliche Klavierminiaturen wie die Scarlatti-Sonate, die Chopin-Berceuse und Debussys „Claire de lune“ spielte Wunder so berückend schön, dass man gern länger in dieser Atmosphäre verweilt hätte. Doch es folgten stets auftrumpfende Virtuosenstücke der Herren Liszt, Rachmaninow, Skrijabin, Moszkowski, Horowitz und Volodos/Mozart. Da kann sich Sensibles nur schwer behaupten. Zum Schluss dann noch Filmmusik von Ennio Morricone (dem Komponisten der Titelmelodie des Italo-Westerns „Spiel mir das Lied vom Tod“) und John Williams („Star Wars“).
Diese drei Werkgruppen passten nicht gut zusammen. Auch stören so viele kurze Stücke mit anschließendem Beifall die Konzentration. Wunder ist ein Pianist, der viele Menschen auf vielfältige Weise ansprechen möchte, und das ist ihm gelungen. Vielleicht war’s nur der falsche Kontext für ein solches Programm. *Henning Thies

RUHR NACHRICHTEN, 5. April 2012

ALTER MEISTER MIT ZUKUNFT
Mozart Gesellschaft stellt Programm und Stipendiaten für die Saison 2012/13 vor

Dortmund, du Mozart-Stadt: Der Blick auf die bevorstehende Konzertsaison 2012/2013 der Mozart Gesellschaft bestätigt den exzellenten Riecher für hoch talentierte junge Interpreten. Und er zeigt, dass sich noch neue Wege in das Werk des alten Meisters finden lassen.
Durch den ungebrochenen Besucher-Erfolg der Matineen in den zurückliegenden Spielzeiten steigt der Etat um 20.000 auf insgesamt 360.000 Euro. Dazu trägt auch die Unterstützung der Ruhr Nachrichten bei, deren Herausgeber Lambert Lensing-Wolff Pate der Mozart Gesellschaft ist. Die neuen Mittel setzt die Gesellschaft komplett in ihren beiden Kern-Zielen um: „Die Pflege der mozartischen Musik und die Nachwuchsförderung“, wie Geschäftsführerin Karen Ann Bode erläutert.
Erstmals im Konzerthaus zu hören ist eine Mozart-Oper des Pariser Ensembles „Viva la musica“. Mit reduzierten Mitteln bieten die Franzosen am 24. Februar 2013 (17.00 Uhr) eine mutige und zugleich doch klassische Version der „Zauberflöte“.
Sechs Förderpreise in Höhe von je 5.000 Euro gehen 2012/2013 an junge Stipendiaten, Firmen und Stiftungen ermöglichen dies. Insgesamt acht klassische Musiker gestalten ab September das Matinee-Programm im Konzerthaus (immer sonntags, 11.00 Uhr). Die Solisten-Konzerte im Einzelnen:
23. September
: Ingolf Wunder, seit 2010 Stipendiat, bestreitet den Auftakt mit Klavierstücken von Mozart, Liszt, Debussy, aber auch einer „Paraphrase“ über Star Wars“. „In 20 Jahren können wir vermutlich stolz erzählen, ihn als Erste entdeckt zu haben“, sagt Karen Ann Bode über den aufstrebenden Pianisten.
28. Oktober
: Gemeinsam mit dem Georgischen Kammerorchester spielt Janka Simowitsch Mozarts Klavierkonzert A-Dur (Nr. 23, KV 488).
25. November
: Ein Solisten-Konzert mit Trompeter André Schoch und Organist Sebastian Küchler-Blessing sowie dem Prager Kammerorchester steht an. Neben  zwei Mozart-Kirchensonaten und einer Bizet-Sinfonie steht ein speziell für Orgel und Trompete bearbeitetes Bach-Konzert auf dem Programm.
27. Januar 2013
: Mayu Kishima (Violine) und Mariko Hara (Viola) führen mit den Duisburger Philharmonikern unter anderem Mozarts „Sinfonia Concertante“ (Es-Dur, KV 364) auf.
17. März 2013
: Der spanische Oboist Ramón Ortega Quero ist auf dem Weg zu einem Star der Szene. Das wird er gemeinsam mit dem La Folia Barockorchester unter Beweis stellen.
28. April 2013
: Mit der Camerata Salzburg spielt der ukrainische Pianist Alexej Gorlatch unter anderem Mozarts „Jeunehomme-Konzert“.
Adventskonzert mit King’s Singers
Ein Höhepunkt im Programm ist das „Adventskonzert“ mit dem populären Vokal-Ensemble „The King’s Singers“ am 16. Dezember (15 Uhr) in der Propsteikirche.
Das Sommerkonzert mit Mayu Kishima und Oleg Poliansky steht am 17. Juni 2012 (15.30 Uhr) im Kloster Kamp in Kamp-Lintfort an.
Die Mozart Gesellschaft hat derzeit rund 600 Mitglieder, die u.a. das Abonnementsangebot für vergünstigte Karten nutzen können. *Felix Guth

WESTFÄLISCHE RUNDSCHAU, 5. April 2012

DER KLASSISCHE SONNTAGMORGEN
Auch in der Spielzeit 2012/13 warten die „Mozart Matineen“ wieder auf Klassikfans – Acht Jungsolisten im Konzerthaus

Seit nunmehr 56 Jahren sind die von der Dortmunder Mozart Gesellschaft veranstalteten Konzerte ein Magnet für Freunde der klassischen Musik. Während der letzten Spielzeit füllten die sonntäglichen „Mozart Matineen“ regelmäßig das Dortmunder Konzerthaus. Vielversprechende, hoch talentierte Nachwuchskünstler, die von der Gesellschaft gefördert werden, verzauberten an der Seite international renommierter Orchester das Publikum.
Von September 2012 bis April 2013 finden jetzt jeweils um 11 Uhr sechs weitere „Mozart Matineen“ auf der Bühne des Großen Saals statt: Den Auftakt macht Pianist Ingolf Wunder, der bereits seit 2010 ins Stipendienprogramm der Dortmunder Mozart Gesellschaft aufgenommen wurde. Der 25-jährige Chopin-Preisträger spielt am 23. September eine Matinee, die neben einem eigenen Stück unter anderem Werke von Mozart, Chopin und Liszt enthält.
Als erste Neu-Stipendiatin präsentiert sich am 28. Oktober dann Pianistin Janka Simowitsch den Zuhörern. Die junge Deutsche vertont, begleitet vom Georgischen Kammerorchester, Kompositionen von Mozart, Bach und Schubert. Gemeinsam tun das Trompeter André Schoch und Organist Sebastian Küchler-Blessing. Auf dem Programm der beiden stehen am 25. November neben Bach und Mozart aber Hummel und Bizet. Das Prager Kammerorchester begleitet die beiden.
Ebenfalls im Solo-Duett geht es mit Violinistin Mayu Kishima und der Bratschistin Mariko Hara ins neue Jahr. Die Japanerinnen und die Duisburger Philharmoniker spielen am 27. Januar 2013 Mozart und Dvorak.
Der spanische Oboist Ramón Ortega Quero hingegen kommt mit Mozart, Lebrun und Vogler im Gepäck. Zusammen mit dem La Folia Barockorchester gastiert er am 17. März 2013 im Konzerthaus. Als „krönenden Abschluss“ der Serie am 28. April 2013 verspricht das Programm Alexej Gorlatch am Klavier. Der ukrainische Gewinner des ARD-Musikwettbewerbs 2011 wartet mit Mozart, Tippett und Haydn und der berühmten Camerata Salzburg auf das Dortmunder Publikum.
Als weitere „Highlights“ freut sich die Mozart Gesellschaft am 16. Dezember 2012 in der Propsteikirche auf die „King‘s Singer“ mit „Canti della rosa“.
Am 24. Februar 2013 reist das Pariser Opern-Ensemble „Viva la musica“ ins Konzerthaus, das Mozarts „Zauberflöte“ in einer verkürzten Klavieradaption aufführen wird. *Fabian Rasem